Bewegungsmelder Info3 Verlag
 
Nr. 302 // 10.09.2020
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
ganz schön düstere Themen sind das heute im Newsletter, mit Missbrauchsvorwürfen an einer Waldorfschule und mehreren Beiträgen zur Debatte um braune Esoterik bzw. die dringend nötige Abgrenzung gegen Rechts. Zum Ausgleich gibt es zum Glück auch noch ein paar andere Nachrichten, zum Beispiel Wissenswertes über Rudolf Steiners Interesse an moderner Technik – und statt Quatsch ein Foto von meiner tiefenentspannten Katze Lissy in der Spätsommersonne.
 

Mit diesem guten Vorbild vor der Nase grüßt herzlich
Laura Krautkrämer
 
PRESSESCHAU
SWR, 07.09.2020
Schwäbisch Haller Lehrer weiter in Haft
 
Nach Missbrauchs-Vorwürfen gegen einen Lehrer der Waldorfschule Schwäbisch Hall sitzt dieser weiter in Untersuchungshaft. Zwei Schülerinnen werfen dem ehemaligen Klassenlehrer vor, sie sexuell missbraucht zu haben. Die Schule wolle die Aufklärung des Falles „voll unterstützen“, heißt es in diesem Artikel. Sie überprüfe ihr Schutzkonzept mithilfe externer Experten und wolle die betroffenen Familien „mit rechtlicher oder psychologischer Beratung unterstützen“.

„Man sei tief erschüttert über die im Raum stehenden Vorwürfe, heißt es in der Mitteilung weiter. Und man habe großen Respekt vor dem mutigen Schritt der Schülerinnen, die die Ermittlungen in Gang gebracht hätten. Man werde an der Schule keine Form von Missbrauch dulden, wird der Elternvertreter im Vorstand zitiert.“
 
Themen der Zeit, Wolfgang G. Voegele, 07.09.2020
Rudolf Steiner ein Technikfeind?
 
Ich persönlich stelle mir ja gerne vor, wie Rudolf Steiner, würde er zu unserer Zeit leben, als gewiefter Marketing- und Networking-Profi die Sozialen Medien und auch sonst alle Möglichkeiten der Technik und Digitalisierung begeistert und souverän nutzen würde. Weit verbreitet ist allerdings die Vorstellung, Steiner habe mit Technik nichts am Hut gehabt, sondern stets nur vor den ihr innewohnenden Gefahren gewarnt (und diese Skepsis sei z. B. auch der Grund für die Zurückhaltung der Waldorfschulen gegenüber digitalen Medien). Mit diesem Missverständnis räumt Wolfgang G. Voegele in diesem lesenswerten Beitrag auf.
 
Oberhessische Zeitung, 05.09.2020
Erstes Öko-Kornhaus im Vogelsbergkreis steht in Renzendorf
 
Rückenwind für Bio: Der Landwirt Moritz Schäfer vom Demeterhof Schwalmtal im Vogelsberg hat ein ehemaliges Raiffeisen-Kornhaus übernommen, in dem jetzt Bio-Getreide, Hülsenfrüchte und Saatgut aus der Region verarbeitet bzw. veredelt, gelagert und verkauft werden können.
 
Foodaktuell, 04.09.2020
Tegut lanciert „Bio zum günstigen Preis“
 
Nächster Schachzug im Kampf um Bio-Marktanteile: Die Supermarktkette Tegut will mit einer neuen Bio-Linie den günstigen Preisen beim Discounter-Bio Konkurrenz machen.
 
„Tegut sei mit der Eigenmarke Tegut Bio mit mehr als 200 Artikeln, der Marke Alnatura und mehreren Fachhandelsmarken breit aufgestellt und runde das Angebot nun ab. Geplant sind bis zu 60 Bio-Basisartikel auf der unteren Preisschwelle. Die Produkte sollen rund 20 Prozent günstiger sein als Alnatura.“
 
Jetzt, Franziska Koohestani (Interview), 04.09.2020
Was verbindet Esoterik und Rechtsextremismus?
 
Das Thema bleibt weiter aktuell: Interview mit der Komparatistin Jenny Willner, die über Wissenschaftsgeschichte, Esoterik und politische Ideologie im 20. Jahrhundert forscht. Sie verweist auf einen „starken Zusammenhang zwischen der Befürwortung alternativer Heilmethoden und dem, was man Verschwörungsmentalität nennt“. Diese Vermischung gehe auf verschiedene Reformbewegungen um 1900 zurück und basiere auf einem problematischen Naturverständnis, in dem die Natur häufig mit einer unreflektierten „Hoffnung auf Erlösung“ verbunden werde.
 
Das Goetheanum, Wolfgang Held (Interview), 02.09.2020
Menschen zu verbinden macht den Sprung möglich
 
Interview mit Andrea Valdinoci, Georg Soldner und Gerald Häfner über den Hintergrund ihrer Arbeit für die World Goetheanum Association, ein Forum, das Verantwortliche aus Unternehmen und Initiativen aus dem anthroposophischen Umfeld vernetzt.
 
HÖRENSWERTES IM (WEB-)RADIO
SRF, Igor Basic (Interview), 06.09.2020
„Gefahr der ‚braunen Esoterik‘ ernstnehmen“
 
Interview mit dem Religionsforscher Julian Strube im Schweizer Radio:

„Es geht um alternative Lebensformen, Ernährung, Gesundheit, verschiedene Formen des Zusammenlebens. (…) Zur Zeit des Nationalsozialismus wird das sehr ambivalent und unterschiedlich aufgenommen. Es hängt sehr stark von Persönlichkeiten ab. Heinrich Himmler beispielsweise hat sich für Anthroposophie (Rudolf Steiner) und besonders für biodynamischen Ackerbau interessiert. Andere Leute wie Martin Bohrmann, Joseph Goebbels und Adolf Hitler selbst haben das polemisch abgelehnt.“ (4:38 Min.)
 
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AUS DEM ANTHRO-UMFELD
 
 
Wohin mit den Schnupfennasen?
 
(Erziehungskunst, September 2020)
Eine interprofessionelle Arbeitsgruppe anthroposophischer Mediziner*innen hat ein Merkblatt zum aktuellen Umgang mit Krankheits- und Erkältungssymptomen bei Kindern im Vorschulalter zusammengestellt, das auf der Website der Erziehungskunst zum Download bereitsteht.
 
>> zum Merkblatt
 
Aktuelle Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3
 
Neue berufliche Herausforderungen gesucht? Das trifft sich gut, denn auf unserer Website drängeln sich geradezu die Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3 – frisch und quasi tagesaktuell gleich nach Auftragseingang veröffentlicht. Schauen Sie doch mal vorbei!
 
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Diskutieren ja – aber nicht mit Rechtsextremen
 
(DAMiD, 09.09.2020) „Die Anthroposophische Medizin setzt sich für eine breite gesamtgesellschaftliche Debatte um die Pandemie-Maßnahmen und ihre Folgen ein – und grenzt sich entschieden gegen völkisch-nationalistisches, rassistisches und rechtsextremes Gedankengut auf Anti-Corona-Demos ab.“
 
Soziale Dreigliederer warnen vor Gefahren durch Coronaproteste
 
(NNA, 09.09.2020) „Das Stuttgarter Institut für soziale Gegenwartsfragen hat mehr Wachsamkeit von Anthroposophen gegen Rechtsextremismus gefordert. In der Corona-Protestbewegung betätigten sich ‚regressive und umstürzlerische‘ Kräfte.“
 
NEUE BÜCHER
Die Seele war von Anfang an dabei
 
Ob gesund oder krank, die Seele ist immer mit dabei. Sie gehört zum Menschen, sie gehört zur Medizin. Sie sollte bei Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden. Deshalb war die Seele von Anfang an ein zentrales Thema der Anthroposophischen Medizin. Dies zeigen die Autoren des vorliegenden Buches in klaren und überzeugenden Darstellungen.

Markus Treichler (Hg.), Volker Fintelmann,
Johannes Reiner:
Die Seele war von Anfang an dabei
Der umfassende Grundgedanke der Anthroposophischen Medizin – Eine Bestandsaufnahme nach hundert Jahren
Info3-Verlag, 1. Aufl. 2020, 280 Seiten, Klappenbroschur; € 19,90
 
>> mehr Informationen
 BÜROGENOSSIN DER WOCHE
 
Weil ich heute keinen guten Quatsch gefunden habe, gibt es stattdessen einen Schnappschuss von meiner Katze Lissy, die sich vor dem Schreibtisch auf der Fensterbank wohlig in der Spätsommersonne ausgestreckt hat.
 
 
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