Bewegungsmelder Info3 Verlag
 
Nr. 289 // 30.04.2020
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

in der heutigen Presseschau erwarten Sie unter anderem eine verblüffende Verbindung von Plattenbau und organischer Architektur, ökologisch hochwertige Demeter-Saatgut-Sets und mehr für den Balkon sowie ein „Tesla aus der Waldorfschule“. In Sachen Corona gibt‘s nicht nur eine lesenswerte Demontage vermeintlich wohlwollender, aber häufig unreflektiert privilegierter Positionierungen, sondern auch verschiedene Hilfestellungen und handfeste Tipps, darunter Anregungen aus der Waldorfpädagogik, der Anthroposophischen Medizin und der Heileurythmie.
 
 
Mit Blick auf den bereits maigrünen Balkon und den heute sanft nieselnden, lang ersehnten Regen grüßt herzlich
Laura Krautkrämer
 
PRESSESCHAU
Deutsches Architektenblatt, Gregor Harbusch, 28.04.2020
Holz, Lehm und Stroh: Waldorfschule im Plattenbau
 
Bei Waldorfschulen denkt man ja eher nicht so an Plattenbau – dass beides aber durchaus zusammengeht und dann auch noch pfiffig und ästhetisch ansprechend durch organische Architektur erweitert werden kann, beweist die Berliner Waldorfschule am Prenzlauer Berg. Ergänzend zum Hauptbau in einem sanierten alten DDR-Gebäude hat das von drei jungen Absolventen der Alanus Hochschule gegründete Büro MONO Architekten einen wabenartigen Erweiterungsbau für den Hort entworfen. (Hier die Architekten-Website mit sehr schönen Fotos, zu finden links unter dem Stichwort „Waldorfhort“).

Ganzheitlichkeit ist ein zentrales Konzept in den Theorien Rudolf Steiners, das viel mit den esoterischen Wurzeln der Anthroposophie zu tun hat. Doch ganzheitliches Denken ist auch problemlos anschlussfähig für den zeitgenössischen Nachhaltigkeitsdiskurs. (…) Wenn man zusätzlich bedenkt, dass die Natur in Theorie und Praxis der Anthroposophie eine entscheidende Rolle spielt, scheint es mehr als logisch, dass anthroposophische Institutionen als ökologisch und nachhaltig planende Bauherren wichtige Beiträge in der aktuellen Architekturdebatte liefern können.“
 
Der Standard, Katharina Rustler, 25.05.2020
Weiblich, umstritten und genial: Hilma af Klint
 
Eine weitere Würdigung der schwedischen Künstlerin Hilma af Klint im Zusammenhang mit dem Kinofilm „Jenseits des Sichtbaren“ und dem Sachbuch von Julia Voss. In diesem Artikel geht es explizit auch um die Spiritualität der Malerin, die der Anerkennung ihres Werks eher im Wege stand:
 
„Ende des 19. Jahrhunderts nahm af Klint an spirituellen Sitzungen (Séancen) teil, schloss sich später den Theosophen an und hatte intensiven Kontakt zum Esoteriker Rudolf Steiner. (...) Af Klint wollte so die Wahrheit hinter dem von uns Sichtbaren zeigen. Dass sie sich allerdings rein als ‚passives Werkzeug‘ begriff, stimme nicht, klärt Voss auf. Zwar schreibt af Klint ‚die Bilder sind direkt durch mich hindurch gemalt worden‘, dies geschah jedoch in ‚Form eines Dialogs‘.“
 
Der Spiegel, Martin Hesse, 24.04.2020
Der Tesla aus der Waldorfschule
 
Leider hinter einer Bezahlschranke, aber schon allein wegen der Überschrift wollte ich den Artikel doch aufnehmen: Auch der Spiegel berichtet nun über das von zwei ehemaligen Waldis gegründete Start-up Sono Motors (mehr dazu z.B. hier bei der Erziehungskunst).
 
Millefolia (CH), Isabelle Zimmermann/Walter Stüdeli, 21.04.2020
Corona-Virus: Wir sind nicht „die Anderen“
 
Interessantes Interview mit Dr. med. Lukas Schöb, Ärztlicher Leiter der Klinik Arlesheim in der Schweiz, die als Teil der Grundversorgung im Kanton Baselland ein Konzept für bis zu zwei Isolierstationen für COVID-19-Patient*innen mit jeweils 25 Betten erstellt hat. Bei der Behandlung kommen auch bewährte Elemente der Anthroposophischen Medizin zum Einsatz:

„Als allgemein etablierter Ansatz gilt, dass bei den an Covid-19 erkrankten Patientinnen und Patienten möglichst keine Fiebersenkung vorgenommen werden soll. Eine solche Umsetzung ist in unserem Setting einfach, weil wir das Fieber nicht als Feind sehen, sondern als Mittel zur Immunstimulanz. (...) Das Ganze wird begleitet mit phasengerechten äusseren Anwendungen, zum Teil kühlend, zum Teil den Kreislauf unterstützend.“
 
Foto: stevepb/Pixabay
Schleswig-Holsteinische Zeitung, Daniel Benedict, 21.04.2020
Kieler Samen-Start-up heute in der „Höhle der Löwen“
 
Der Autor freut sich als professioneller Produkttester der TV-Show „Höhle der Löwen“ über ein umfangreiches Set des biodynamischen Samen-Start-ups Rankwerk, das ihm, wie er unterhaltsam schildert, angesichts des Corona-Shutdowns (= mehr Kinderbetreuung und Gartenprojekt auf dem Balkon) gerade recht kam.
 
„Die Gründer aus Kiel verkaufen ausschließlich samenfestes Saatgut. Das bedeutet: Aus den Samen der eigenen Ernte kann man neue Pflanzen ziehen. (…) Das alles lese ich in der umfangreichen Broschüre, die dem Rankwerk-Set beiliegt. Mit ihr wird das Werkeln am Balkon vom familiären Zeitvertreib zur Nachhilfestunde in Sachen ökologischer Landwirtschaft.“
 
Integrales Forum, Julian Baller, März 2020
Virale Kitsch-Rhetorik
 
Ausgesprochen lesenswerter Beitrag, in dem der junge Autor die privilegierte Sichtweise all jener entlarvt, die meinen, sich über das „Virus als Freund“ oder den Mythos vom „demokratischen Virus“ auslassen zu müssen:
 
„Im Fahrwasser eines spirituell ausgerichteten und vom Gedanken einer evolutionären Bewusstseinsentwicklung getragenen Diskurses hat sich jedoch eine Unterströmung gebildet, welche mit der schwer erträglichen Ignoranz privilegierter Mittelständler das der Krise innenwohnende Potential um den Preis der Relativierung des verursachten Leids und Elends idealisiert.“
 
AUS DEM ANTHRO-UMFELD
 
 
Familienzeit in der Corona-Krise gesund und positiv gestalten
 
(Alanus Hochschule, 29.04.2020) „Wie bleiben Familien mit Kindern trotz aller Herausforderungen während der Coronavirus-Pandemie möglichst positiv gestimmt? Zahlreiche Expertinnen und Experten aus Pädagogik, Psychologie und Medizin haben auf der Website kinderaerzte-im-netz.de konkrete und alltagstaugliche Tipps und Informationen dazu zusammengestellt. Paula Bleckmann, Professorin für Medienpädagogik, ist Mit-Initiatorin des Angebots.“
 
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Aktuelle Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3
 
Neue berufliche Herausforderungen gesucht? Das trifft sich gut, denn auf unserer Website drängeln sich geradezu die Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3 – frisch und quasi tagesaktuell gleich nach Auftragseingang veröffentlicht. Schauen Sie doch mal vorbei!
 
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Neue Eurythmie-Webinare und Forschungsprojekt zur „heileurythmischen Reiseapotheke“
 
Am 15. Mai beginnt die nächste Runde von deutsch- und englischsprachigen Eurythmie-Webinaren, mit denen Eurythmy4you in Zeiten der Corona-Krise zur Stärkung der Körperwahrnehmung und der Abwehrkräfte beitragen will. Außerdem startete am 27. April ein bis Ende 2020 laufendes, kooperatives Forschungsprojekt zur „heileurythmischen Reiseapotheke“ auf YouTube: Wöchentlich werden dort englisch- und deutschsprachige Videos mit einer therapeutisch wirksamen Eurythmie-Übung veröffentlicht, Rückmeldungen dazu werden als Kommentare unter den Videos erbeten.
 
 
 
Folgen der Corona-Krise mindern
 
(Freunde der Erziehungskunst, 24.04.2020) Mit einem Eilaufruf möchten die Freunde der Erziehungskunst Waldorfschulen unterstützen, die durch wirtschaftliche Folgen der Lockdowns in ihren Ländern betroffen sind, und bitten um Hilfe bei der Durchführung notfallpädagogischer Maßnahmen.“
 
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Grundeinkommen – JETZT!
 
(Omnibus für direkte Demokratie, 28.04.2020) „Die Bundestagspetition Grundeinkommen – JETZT! der Aktivistin Susanne Wiest hat ihr Ziel mehr als erreicht. Mit 176.134 Unterzeichner*innen innerhalb von vier Wochen ist diese nach Online-Unterschriften die größte Bundestagspetition in der Geschichte der Bundesrepublik geworden.“
 
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QUATSCH DER WOCHE
Foto: Pexels/Pixabay
Der Postillon, 29.04.2020
Weil Gottesdienste wieder erlaubt sind:
DFB meldet neue Religion „Fußball“ an und erklärt Stadien zu Kirchen
 
„Die Fußball-Gottesdienste finden in der Regel einmal wöchentlich, meistens samstags um 15.30 Uhr, in neun Städten statt. Die feierliche Zeremonie besteht darin, dass 22 Geweihte über 90 Minuten lang versuchen, eine heilige Kugel in ein gesegnetes Netz zu bugsieren, ohne dabei ihre unreinen Hände zu benutzen. Wie bei christlichen, muslimischen oder jüdischen Gottesdiensten auch wird dies von der Gemeinde mit feierlichen Gesängen (‚Schalalala!‘ – ‚Schwarze Füße, gelbe Zähne, ja das ist der BVB!‘) begleitet und mit pietätvollen Zwischenrufen (‚FOUL!‘ - ‚Schiri!‘) unterstrichen.“
 
 
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