Bewegungsmelder Info3 Verlag
 
Nr. 306 // 22.10.2020
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die hessischen Herbstferien sind vorbei, die Corona-Krise leider nicht – im Gegenteil. Richten wir also den Blick auf Mutmachendes und gute Ideen: findige Kooperationen auf Theaterbühnen, flötende Schüler*innen in Blumenbeeten oder Beziehungen stiftende Pädagog*innen im virtuellen Raum. Außerdem gibt’s Lesenswertes zum anthroposophischen Blick auf Krankheit und Gesundung, allerhand Einblicke in die biodynamische Landwirtschaft oder auch eine Reportage über Saatgut-Kartelle. Und deutsche Ingenieurskunst im Bereich Fenstertechnik!

Gut durchgelüftet grüßt herzlich
Laura Krautkrämer
 
PRESSESCHAU
Süddeutsche Zeitung, Oliver Hochkeppel, 18.10.2020
Ein Platz in der Wonne
 
Schönes Beispiel für Ideenreichtum in der Krise: Der Münchner Kleinkunst-Veranstalter Till Hofmann spannt mit der Steiner-Schule zusammen und nutzt deren großen Theatersaal „Theater Leo 17“ als Winterquartier für seinen „Eulenspiegel Flying Circus“, u.a. mit Aufführungen der Lach- und Schießgesellschaft. Der 500-Plätze-Saal „samt üppiger Bühne und stilechtem Fünfzigerjahre-Foyer, das alles in feinster Lage direkt an der U-Bahnstation Giselastraße“ wurde bislang vorwiegend für schuleigene Produktionen und Veranstaltungen genutzt, ist aber vor allem abends bei Weitem nicht ausgelastet. Unter den Corona-Auflagen fasst er immerhin 160 Besucher*innen und damit deutlich mehr als klassische Kabarett-Spielstätten.
 
Zeit online, Judith Luig/Parvin Sadigh, 18.10.2020
„Ein Teil der Klasse flötet im Blumenbeet“
 
Deutschlands Schulen im Corona-Herbst: Vier Lehrerinnen berichten über die aktuelle Lage, darunter auch Corinna Jacob, Musiklehrerin an der Waldorfschule Bremen Touler Straße. Angesichts der besonders strengen Auflagen für ihr Fach hat sie pfiffige Lösungen entwickelt, um gerade in diesen Zeiten die seelennährende und gemeinschaftsstiftende Kraft der Musik weiter vermitteln zu können:

„So flötetet dann eine Gruppe draußen vor dem offenen Fenster im Blumenbeet, während ich drinnen die Sänger so verteilen kann, dass sie genügend Sicherheitsabstand halten. Der Aufwand lohnt sich, es entsteht gemeinsamer Klang! (…) Mit den kleineren Kindern singe ich jetzt oft einfach sehr leise, fast nur für das eigene Ohr. Ich mache ein Spiel daraus.
 
taz/anthroposophie, Wolfgang Müller, 17.10.2020
Hygiene und ihr Gegenstück
 
Ein überaus gelungener Beitrag über den anthroposophischen Blick auf das vielschichtige Feld von Krankheit und Gesundung, der in seiner unaufgeregten Art einen schönen Kontrapunkt zu der ja doch recht hitzigen aktuellen Mediendebatte setzt. Der Autor Wolfgang Müller nimmt einen Vortrag Steiners als Ausgangspunkt, um dessen Verständnis von Selbstverantwortung und Salutogenese zu erklären – bei dem es, wie er betont, keineswegs um plumpe Schuldzuweisungen gehe.

„Dieser ernste Erkenntniswille ist – mehr als einige angreifbare Steiner-Zitate – der eigentliche Skandal der Anthroposophie. Sie stört die geistige Bequemlichkeit einer Epoche, die viel von physischer Optimierung, aber sonst recht wenig versteht.“
 
taz/anthroposophie, Cordula Rode, 17.10.2020
Ganzheit statt Vereinzelung
 
Ein weiterer Beitrag in den Anthroposophie-Sonderseiten der taz beleuchtet die Lage an Waldorfschulen und -hochschulen, die angesichts der Corona-Einschränkungen neue Mittel und Wege entwickeln müssen, um ihre personale Pädagogik umsetzen zu können.
 
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Johannes Pennekamp, 13.10.2020
Aktivisten fordern kleinere Wohnungen
 
Fridays for Future hat das Wuppertal Institut für Klima mit einer Studie beauftragt, wie Deutschland die Einhaltung der 1,5 Grad-Celsius-Grenze erreichen und schon bis 2035 klimaneutral werden könnte – etwa durch kleinere Wohnungen und Autos, Tempolimits und andere Maßnahmen.

„Die mit finanzieller Hilfe der GLS Bank verfasste Studie umfasst die Bereiche Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr. Im Verkehr müsse sich den Forschern zufolge der Pkw-Verkehr bis 2035 um die Hälfte reduzieren, der Fuß-, Rad-, und öffentliche Verkehr hingegen verdoppeln.“

Weitere Informationen zur Machbarkeitsstudie: eine Zusammenfassung, die ausführliche Fassung und die Pressemitteilung der GLS Bank. Einen Überblick über weitere Reaktionen in den Medien gibt es bei Solarify.
 
Info3, Renée Herrnkind, Oktober 2020
„Nicht anklagen, sondern überzeugen!“
 
„Beim Demeter-Getränkespezialist Voelkel ist Enkeltauglichkeit geradezu in der Firmen-DNA verankert. Bereits in der vierten Generation wird der Gründungsimpuls von Margret und Karl Voelkel weiterentwickelt. Für Stefan Voelkel wirkt die gemeinsame Initiative von Akteuren der Bio-Branche mit dem klaren Bekenntnis ‚Ackergifte? Nein danke!‘ dennoch wie ein Verstärker.“
 
BEWEGTE BILDER
Agrarheute, Julia Schürer, 19.10.2020
Biohöfe in NRW per Video kennenlernen
 
„Öko-Erlebnistage mal anders: Da wegen Corona viele Veranstaltungen ausfallen mussten, fanden die Aktionstage Ökolandbau in Nordrhein-Westfalen in kleinem Rahmen oder sogar digital statt. Die Initiative Ökolandbau NRW stellt vier verschiedene Biobetriebe per Film vor. Einer davon ist der Demeterhof Büsch in Weeze.“ (5:44 Min.)
 
 
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Stern, Svenja Napp, 17.10.2020
„Biodynamische Landwirtschaft, was ist das eigentlich? – Eine Demeter-Landwirtin erklärt's“
 
„Ganzheitlich, achtsam und geprägt von einem tiefen Respekt der Natur gegenüber“, so beschreibt die Demeter-Gemüsebäuerin Gisela Sengl den Biodyn-Ansatz in diesem Video. (3:53 Min.)
 
 
>> zum Video
 
3sat, 07.10.2020
Das Saatgut-Kartell
 
„Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, Obst und Gemüse für den internationalen Markt zu züchten und genetisch zu verändern. Wie gesund, natürlich und fair ist das, was wir essen?“ (43 Min.)
 
AUS DEM ANTHRO-UMFELD
 
 
Genschere Crispr: Nobelpreis-würdig – aber riskant in der Anwendung!
 
(Demeter, 08.10.2020) „Den Chemienobelpreis erhalten 2020 die Entdeckerinnen und Entwicklerinnen der Crispr/Cas9-Technologie: Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna. Demeter fordert, bei der Begeisterung für die Forschungsleistung auch die Risiken dieser neuen Gentechnik nicht aus dem Blick zu lassen. Für die EU-Politik heißt das: Sichert das Vorsorgeprinzip und garantiert eine transparente Kennzeichnung!“
 
>> zur Stellungnahme
 
Aktuelle Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3
 
Neue berufliche Herausforderungen gesucht? Das trifft sich gut, denn auf unserer Website drängeln sich geradezu die Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3 – frisch und quasi tagesaktuell gleich nach Auftragseingang veröffentlicht. Schauen Sie doch mal vorbei!
 
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VERANSTALTUNGEN
Woche pädagogischer Beziehungen
 
Eine neue Schulkultur braucht eine neue Beziehungskultur! Es geht um ein gemeinsames Verständnis davon, wie wir Gemeinschaft miteinander gestalten und leben wollen. Eine virtuelle „open stage“ bietet vom 4. bis 11. November Raum für Austausch und inspirierende Inputs von Pionier*innen, Expert*innen und Mitgestalter*innen aus dem Bildungsbereich.
 
>> mehr Informationen und kostenfreie Anmeldung
QUATSCH DER WOCHE
Best of Social Media, 15.10.2020
Stoßlüften und auf Kipp: Deutsche Fenster sorgen im Ausland für Begeisterungsstürme
 
Amazing German windows: Offenbar sorgt der in Deutschland verbreitete Standard der Fenstertechnik international schon länger für Aufsehen. Dank Corona rückt zudem das hierzulande mit einer gewissen Akribie betriebene Lüften ganz anders in den Fokus.

„Wir Deutschen sind im Ausland für so manches berühmt-berüchtigt, wie zum Beispiel Bier, Pünktlichkeit und Autos. Doch nun dürfte eine weitere Besonderheit hinzukommen: Fenster! Auf Kipp, Stoßlüften, Rollläden – all das sorgt gerade für regelrechte Begeisterungsstürme, vor allem in den USA. Dass die deutsche Fenster-Kultur mit einem solchen Interesse aufgenommen wird, liegt nicht zuletzt an Corona.“
 
 
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