Bewegungsmelder Info3 Verlag
 
Nr. 290 // 07.05.2020
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
Schulkinder als „Virenschleudern“ (und doch keine Maskenpflicht im Unterricht in Jena), nachhaltige Weine mit Charakter sowie anthroposophische Ärzt*innen und ihr Blick auf Corona – das sind einige unserer Themen heute. Außerdem dabei: Eine Handpuppe aus dem Ruhrgebiet, die angesichts der Planung ihres kulturell-kreativen Sommerprogramms unter Entscheidungsnöten leidet.
 
Fühlt sich auch manchmal „komplex und kapriziös“ (mit oder ohne Wein) und grüßt herzlich
Laura Krautkrämer
 
PRESSESCHAU
Süddeutsche Zeitung/dpa, 05.05.2020
Gericht kippt Jenaer Maskenpflicht im Unterricht
 
Jenaer Schüler müssen im Unterricht keinen Mund- und Nasenschutz mehr tragen. Zuvor hatte es schon eine Lockerung für Schulen gegeben, die ein „geprüftes Hygienekonzept“ vorweisen konnten, zu dem u.a. „rigides Lüften“ gehörte. Der Waldorfschule Jena reichte das nicht (in einem früheren Artikel hieß es sehr schön, die Stadtverwaltung „müsse aufhören, Kinder nur als Virenschleuder zu sehen“). Sie hat gegen die Verfügung geklagt und nun gestern im Eilverfahren vom Verwaltungsgericht Gera recht bekommen.
 
Foto: JillWellington/Pixabay
Bellevue/NZZ (CH), Peter Keller, 01.05.2020
Vier nachhaltige Weine mit Charakter
 
„Komplex, kapriziös und mit Tiefe“: Man hört ja im Zuge der Corona-Krise gelegentlich von erhöhtem Alkoholgenuss zu Hause – hier werden vier Weine des Vereins respekt-BIODYN vorgestellt, den Winzer aus Österreich, Deutschland und Südtirol gegründet haben, um „biodynamische Weine mit Komplexität, Charakter und Spannung“ zu produzieren.
 
Info3, Silke Kirch, Mai 2020
Corona: Vertrauen trotz Erschütterung
 
„Das Leben ist kompliziert. In welchen Zusammenhängen wir auch leben: Wir müssen darüber reden, welches Risiko wir in Bezug auf Gefahren wie den Coronavirus miteinander eingehen wollen. Alle müssen darüber reden. Das ist das Gute. Wie kommen wir miteinander in Kontakt, in welchem Rahmen bewegen wir uns, was können wir verantworten, und wann wird sofort die Reißleine gezogen?“
 
Neue Westfälische, 20.04.2020
Neuer ambulanter Pflegedienst in Schloss Hamborn
 
Einen neuen ambulanten Pflegedienst für die Region Paderborn hat das Altenwerk Schloss Hamborn eröffnet. Derzeit betreuen sieben Mitarbeitende 20 Klienten gemäß den Grundsätzen der anthroposophischen Pflege:

„Die Individualität der Pflegebedürftigen zu erkennen und zu fördern, anstatt schematische Pflege mit der Stoppuhr zu betreiben, sei dabei das Ziel. Alle Pflegemaßnahmen sollen laut Presseinfo nicht nur das körperliche, sondern auch das seelisch-geistige Wohlbefinden Pflegebedürftiger fördern.“
 
Erziehungskunst, Barbara Horwedel, April 2020
Die enkeltaugliche Schulküche
 
Interessanter Bericht über die Umstellung auf noch mehr Nachhaltigkeit in der Schulküche der Waldorfschule Freiburg-St. Georgen: Nicht nur Bio-Qualität, sondern auch weniger Fleisch und mehr Hülsenfrüchte stehen inzwischen auf dem Programm.

„Unsere erste maßgebliche Änderung war die Reduzierung von Fleischgerichten. Während es früher zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch gab, bieten wir jetzt alle vierzehn Tage ein Fleischgericht an. Außerdem gibt es täglich, neben dem vegetarischen Gericht, eine vegane Variante, die von etwa zehn Schülern genutzt wird.“
 
HÖRENSWERTES IM (WEB-)RADIO
Info3, Mai 2020
Coronadämmerung
Podcast zur aktuellen Ausgabe
 
Corona überall. Die Folgen werden uns noch länger beschäftigen. Die Zeitschrift info3 fragt im Mai nach den Ursachen und längerfristigen Folgen der Krise. (2:44 Min.)
 
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AUS DEM ANTHRO-UMFELD
 
 
Anthroposophische Ärzt*innen melden sich zu Wort
 
(DAMiD, 01.05. 2020) „Endlich belebt sich die medizinisch-gesellschaftspolitische Debatte wieder, die seit dem Aufkommen des Corona-Virus‘ zunächst in Schockstarre verfallen war. Auch die Anthroposophische Medizin bringt sich in den Diskurs ein.“ (Foto: PIRO4D/Pixabay)
 
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Aktuelle Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3
 
Neue berufliche Herausforderungen gesucht? Das trifft sich gut, denn auf unserer Website drängeln sich geradezu die Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3 – frisch und quasi tagesaktuell gleich nach Auftragseingang veröffentlicht. Schauen Sie doch mal vorbei!
 
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Impfpflicht gegen COVID-19? - Ein Positionspapier
 
(Ärzte für individuelle Impfentscheidung, 27.04.2020) Die Ärzte des Vereins warnen eindringlich davor, einen möglichen Impfstoff zum zentralen Lösungsansatz zu machen, um die COVID-19-Pandemie einzudämmen. Ausführliche Hintergründe dazu liefert ihr aktuelles Positionspapier.
 
VERANSTALTUNGEN
Alfter, Johannishof, 12.07.- 08.08.2020
Sommerakademie Alfter:
Kreative Sommerferien
 
Auch für diesen Sommer bereitet die Sommerakademie Alfter wieder ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Malerei, Tanz, Fotografie, Schauspiel und mehr in den Ateliers und Studios des Johannishofs vor. Sollten die Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden können, ist ein Rücktritt von der Anmeldung ohne Stornogebühren möglich.

(Einen unterhaltsamen Einblick ins Programm bietet die Puppenspielerin Silke Geyer mit ihrer Handpuppe Elfriede in einem kurzen Facebook-Video.)
 
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LESEEMPFEHLUNG DER WOCHE
Charles Eisenstein, April 2020
Die Krönung
 
Ich nutze diesen aufmerksamkeitsstarken Platz heute für den Hinweis auf einen SEHR langen, aber auch lesenswerten Essay des Kulturphilosophen und Autors Charles Eisenstein, der einen umfassenden Blick auf die Corona-Krise wirft: Wie steht es um unser Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit, wohin führt die Idee vom „Krieg“ gegen den Virus? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Was bedeuten uns Gemeinschaft und Nähe – und welche Medizin wollen wir eigentlich?

„Ja, wir können den bisherigen Weg in Richtung zunehmender Vereinsamung, stärkerer Abschottung, mehr Herrschaft und größerer Getrenntheit fortsetzen. Wir können zulassen, dass mehr Getrenntheit und Kontrolle normal werden, im Glauben sie seien nötig, um uns Sicherheit zu gewähren, und eine Welt akzeptieren, in der wir uns davor fürchten, einander nah zu kommen. Oder wir können diese Pause, diese Unterbrechung der Normalität zum Anlass nehmen, einen Weg in Richtung Wiedervereinigung, Ganzheitlichkeit, Wiederherstellung von verlorenen Beziehungen und Gemeinschaft und unserer Wiedereingliederung in das Netz des Lebens einzuschlagen.“
 
 
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