Bewegungsmelder Info3 Verlag
 
Nr. 305 // 01.10.2020
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
eine bedrückende Studie über die Verbreitung von Pestiziden durch die Luft, Kunst im klimageschädigten Wald oder ein Dokumentarfilm über Bodenfruchtbarkeit und was wir alle dafür tun können: In der heutigen Newsletter-Ausgabe mangelt es nicht an anspruchsvollen Umwelt-Themen. Bei aller Sorge über all diese Herausforderungen gibt es aber auch mutmachende Beispiele für persönliches Engagement und kraftvolle Bündnisse – etwa die Geschichte von Equimar Barbosa, die gegen heftige Widerstände und trotz vieler Fehlschläge in Brasilien eine biodynamische Farm aufgebaut hat.

Alles in allem hoffentlich genug Lese- und Denkstoff, um Sie über die herbstferienbedingte, zweiwöchige Bewegungsmelder-Pause hinwegzutrösten – bis dahin grüßt herzlich
Laura Krautkrämer
 
 
PRESSESCHAU
Info3, Jens Heisterkamp, 30.09.2020
Ackergifte in der Atemluft
 
„Flankiert durch ein Grußwort von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) haben das Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft und das Umweltinstitut München in Berlin eine neue Pestizid-Studie vorgestellt. Die Ergebnisse belegen die massive Verbreitung von Ackergiften weit über jene Gebiete hinaus, wo chemisch-synthetische Spritzmittel landwirtschaftlich verwendet werden. Sogar in abgelegenen Naturregionen wie auf dem Brocken im Harz wurden noch zwölf verschiedene Pestizide nachgewiesen. ‚Was Sie hier geleistet haben, hilft in der Debatte sehr‘, so Svenja Schulze wörtlich zu den Initiator*innen der Studie.“
 
Mehr zum Thema Ackergifte auch in der Schwerpunktausgabe von info3 im Oktober: „Ohne Pestizide!“
 
Wir stellen uns hinter das „Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft“ und wollen dessen aktuelle Pestizid-Studie bekannt machen. Wir sprechen mit Vertreter*innen der Aktion „Ackergifte? Nein danke!“ und Bio-Landwirte erzählen, wie sie den Ausstieg aus den Pestiziden geschafft haben. Wir freuen uns, als Zeitschrift diesen wichtigen Impuls zu unterstützen!
 
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General-Anzeiger Bonn, 27.09.2020
Kunstprojekt: Alanus Hochschule organisiert Ausstellung mitten im Kottenforst
 
Alanus-Studierende haben bei einer rund 200 Hektar großen Kahlschlagfläche im Bonner Kottenforst ein Kunstprojekt mit 16 großen Fotografien installiert. Der Forstwirt und Waldpädagoge Manfred Hören will dort bereits seit dem Sommer mit dem Projekt wald.anders.denken zum Nach- und Umdenken angesichts der so drastisch sichtbaren Folgen des Klimawandels anregen.

„Während Neupflanzungen auf der Kahlschlagfläche in die Zukunft des Waldes deuten, sollen den Waldbesuchern an der Gudenauer Allee über verschiedene Kunstaktionen neue gedankliche Perspektiven zum Wald, seiner nachhaltigen Bewirtschaftung und seiner globalen Bedeutung für das Klima aufgezeigt werden. Die vielfältigen Kunstprojekte erheben den Anspruch, durch neue Perspektiven zu überraschen.“
 
Info3, Andrea Kreisel, 26.09.2020 (Print-Ausgabe September 2020)
„Die Anthroposophische Medizin tummelt sich“
 
„In diesem Jahr feiert die Anthroposophische Medizin ihren 100. Geburtstag. Natascha Hövener und Barbara Wais vom Dachverband für Anthroposophische Medizin (DAMiD) sprechen mit info3 über ihre Netzwerkarbeit und die Potenziale der Anthroposophischen Medizin.
 
Westfalen-Blatt, Rebecca Borde, 26.09.2020
Hier bleiben Kälbchen bei den Müttern
 
Interessanter Bericht über die Übernahme auf dem Demeterbetrieb Alleenhof in Westfalen, wo einige Änderungen anstehen. Neben den Bruderhähnen der Legehennen sollen zukünftig auch die männlichen Kälber auf dem Hof aufgezogen werden.
 
Handelsblatt, Stefanie Hehn, 26.09.2020
Warum man im Bio-Markt keinen Bio-Wein kaufen sollte
 
Es dauert ein bisschen, bis die Hamburger Chef-Sommelière Stefanie Hehn in ihrer provokant betitelten Kolumne auf den Punkt kommt und die etwas reißerisch angekündigten „Mythen und Wahrheiten“ rund um Bio-Reben stellen sich dann doch eher als vorhersehbar heraus: Das Bio-Siegel sage erst einmal nichts über den Ausbau des Weins aus, sondern nur über den Anbau der Reben – andererseits sei Naturschutz heute natürlich wichtig und man dürfe wohl davon ausgehen, dass Bio-Weingüter „beim Thema Qualität generell sensibler“ seien. Warum Schafherden im Demeter-Weinberg, die gleich schon für Düngung sorgen, „arg spirituell klingen“, erschließt sich mir allerdings nicht. Und warum gute Bio-Weine ausschließlich im Weinfachhandel gekauft werden sollten und nicht im Naturkostladen, wo es häufig eine ausgezeichnete Auswahl und ebenso gute Beratung gibt, bleibt auch ungeklärt. (Der Artikel steht inzwischen leider hinter einer Paywall.)
 
FAZ, Robert Wenkemann, 23.09.2020
Ein Haus aus Termitenhügeln
 
Eine wirklich schön gemachte Multimedia-Reportage der FAZ über die Brasilianerin Equimar Barbosa, die nach mehreren Fehlschlägen in Jardim im Bundesstaat Mato Grosso do Sul eine biodynamische Farm aufgebaut hat. Nicht nur der Text, auch die stimmungsvollen Fotos und Videos vermitteln einen tollen Eindruck davon, wie diese Frau lebt und arbeitet. Gegen viele Widerstände und ausgesprochen kritisch beäugt von den typischen „Ruralistas“, Großfarmern mit ausgeprägtem Machismo, hat sie offenbar ihr ganzheitliches Konzept mit Anleihen bei Permakultur, biodynamischer und intuitiver Landwirtschaft und einigem mehr nun erfolgreich umgesetzt – sehr beeindruckend! (Die Reportage gibt es auch auf Portugiesisch.)
 
BEWEGTE BILDER
Software AG - Stiftung, 28.09.2020
Auf gutem Grund: Dokumentarfilm „Unser Boden, unser Erbe“
 
Nächste Woche startet passend zum Erntedankfest in deutschen Kinos der Dokumentarfilm „Unser Boden, unser Erbe“, in dem auch verschiedene Akteur*innen aus dem anthroposophischen Umfeld zu Wort kommen, die sich für nachhaltige Bodenfruchtbarkeit engagieren.

„Das gemeinsame Plädoyer ist eindeutig: Wenn wir auch kommenden Generationen fruchtbare Böden übergeben wollen, brauchen Landwirte und Gärtner mehr gesellschaftlichen Rückhalt – durch politische Rahmenbedingungen für mehr Ökologie auf dem Acker, aber auch durch Unterstützung und Solidarität von Seiten der Konsumenten.
 
Hier gehts direkt zum Trailer (1:39 Min.).
 
AUS DEM ANTHRO-UMFELD
 
 
Neues, selbstverwaltetes Lehrerseminar in Mayen
 
Im Umfeld der jungen Waldorfschule in Mayen in der Eifel gründet sich gerade ein selbstverwaltetes Lehrerseminar für Waldorfpädagog*innen. Die Vereinsgründung steht unmittelbar bevor, weitere Mitstreiter*innen sind willkommen.
 
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Aktuelle Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3
 
Neue berufliche Herausforderungen gesucht? Das trifft sich gut, denn auf unserer Website drängeln sich geradezu die Stellenanzeigen aus der Zeitschrift info3 – frisch und quasi tagesaktuell gleich nach Auftragseingang veröffentlicht. Schauen Sie doch mal vorbei!
 
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Bilanzierung von Nachhaltigkeit
 
(Goetheanum, 23.09.2020) „Soziale und ökologische Leistungen werden in der klassischen Finanzbuchhaltung nur als Aufwand erfasst. Dadurch sind nachhaltig wirtschaftende Betriebe in der Bewertung schlechter gestellt als andere Unternehmen. Christian Hiss, Hauptredner auf dem World Goetheanum Forum 2020, hat ein Konzept zur Bewertung von Leistungen für nachhaltiges Wirtschaften entwickelt.“
 
WIEDER LIEFERBAR
Das ist Anthroposophie – eine Einladung zum Kennenlernen
 
Das beliebte und aktualisierte info3-Themenheft Anthroposophie: Eine Einführung im Zeitschriftenformat, anschaulich und ohne Voraussetzungen lesbar für alle, die sich einen ersten Einblick verschaffen wollen. Für Schulen, Kindergärten und alle anderen Einrichtungen, aber auch zum Weitergeben im Freundeskreis.
 
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ALLES, WAS RECHT IST
Kanzlei Barkhoff & Partner, September 2020
Überbrückungshilfe für gemeinnützige Einrichtungen - Antragsfrist verlängert bis 9. Oktober 2020
 
„Die Bundesregierung gewährt jetzt Überbrückungshilfen, um gefährdeten Unternehmen im Zeitraum ab Juni 2020 zu helfen. Auch bestimmte gemeinnützige Organisationen haben Anspruch. Anträge müssen – die Frist wurde kürzlich verlängert – bis spätestens zum 9. Oktober 2020 gestellt sein.“
 
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LESEEMPFEHLUNG DER WOCHE
Ethik heute, Mike Kauschke, 19.09.2020
Missverständnisse einer spirituellen Weltsicht
 
Statt Quatsch gibt es heute an dieser Stelle mal wieder eine Leseempfehlung – nämlich für diesen Standpunkt von Mike Kauschke, in dem er wohltuend unaufgeregt und kompetent darlegt, warum die Esoterik-Szene anti-rationale und anti-demokratische Positionen in den eigenen Reihen dringend hinterfragen sollte. Die durchaus berechtigte Kritik etwa an einer einseitig materialistischen Wissenschaft könne nämlich zu Positionen führen, die nicht nur naiv und unreflektiert sind, sondern auch „spirituelle Verschmelzungssehnsüchte“ und „Schwarz-weiß-Denken und Feindbilder“ bedienen.

„Diese Klärung ist auch deshalb nötig, weil wir sonst die dringend notwendige Wirkung einer spirituell inspirierten Perspektive im öffentlichen Diskurs verlieren könnten. Wenn Spiritualität, Meditation und Ähnliches als etwas gesehen werden, das uns politisch und demokratisch unreif oder naiv macht, dann entziehen wir uns selbst die Legitimität. Wir bringen den positiven Einfluss, der zum Beispiel durch die Achtsamkeitsbewegung erarbeitet wurde, in Gefahr.“
 
 
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