Bewegungsmelder Info3 Verlag
 
Nr. 295 // 10.06.2020
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz vor Feierabend flattert heute der Newsletter raus – im sonst in Sachen Feiertagen eher nachlässig behandelten Hessen ist am morgigen Donnerstag nämlich kein Arbeitstag. Insofern schon in „Langes-Wochenende-Stimmung“ spare ich mir heute allen weiteren einleitenden Schnickschnack und wünsche einfach wahlweise einen schönen Abend, einen schönen Feiertag und/oder auch schon ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße
Laura Krautkrämer
 
PRESSESCHAU
General-Anzeiger Bonn, Martin Wein, 09.06.202
„Ziel ist es, finanziell unabhängiger zu werden“
 
Interview mit Hans-Joachim Pieper, Rektor der Alanus Hochschule in Alfter, über die weitere Ausrichtung der Hochschule und die anstehende Reakkreditierung. Über die Erneuerung der staatlichen Anerkennung wird Anfang 2021 entschieden.

„Aus meiner Sicht ist der Status als staatlich anerkannte Kunsthochschule nicht gefährdet. Spannend wird es beim Promotionsrecht. Wir streben dieses kooperativ mit der Universität Witten/Herdecke zusätzlich auch für die künstlerischen Therapien an. Das wird sicher schwierig, weil sich pauschale Auflagen wie die geforderte Mindestzahl der Lehrstühle auf sogenannte kleine Fächer – und dazu gehören die künstlerischen Therapien – eigentlich nicht anwenden lassen.“
 
taz, Jost Maurin, 07.06.2020
Rechter Bioladen löscht Demeterlogo
 
Fortsetzung im Fall des Bamberger Bioladens, der in seinem Schaufenster allerhand obskure Aushänge gleich neben einem großen Demeter-Logo platziert hatte. Offenbar war das Geschäft schon seit 2009 kein Verbandspartner mehr und deshalb ohnehin nicht mehr berechtigt, das Markenbild zu nutzen. Der Demeter-Verband hat nun veranlasst, dass das Logo entfernt wird. Überdies sind weitere unerfreuliche Details bekannt geworden – so habe der Ladeninhaber auf seiner persönlichen Facebook-Seite auch „rechtsradikale Inhalte verbreitet“ und über Flüchtlinge gehetzt, schreibt die taz.

„Demeter teilte der taz dazu mit: ‚Wäre der Laden noch Mitglied bei uns, würden wir ihn aufgrund seiner rechtsradikalen Äußerungen ausschließen.‘ Denn die Satzung des Vereins lege fest, dass sich Demeter gegen jede Form des Extremismus und der Menschenverachtung wende.“
 
Foto: Ri_Ya/Pixabay
Süddeutsche Zeitung, Florian J. Haamann, 05.06.2020
Ein Cello im Wartestand
 
Auch solche Probleme entstehen durch Corona: Für einen Abiturienten der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell drohten die Kontakteinschränkungen seine Abiturprüfung zu behindern, bei der er als Solist ein Cello-Konzert mit Orchester-Begleitung geplant hatte. Gerade rechtzeitig kamen jetzt Lockerungen für Instrumentalmusiker*innen – nun darf er doch mit einem kleinen Kammerorchester proben und die Prüfung ablegen.
 
Mallorca Zeitung, Jaume Canut, 05.06.2020
Waldorfkindergarten auf Mallorca schließt nach 20 Jahren
 
Bei seiner Gründung vor 20 Jahren war der Waldorfkindergarten in Binissalem die erste alternative Bildungseinrichtung auf Mallorca – jetzt stellt er den Betrieb ein. Offenbar war die Nachfrage in den letzten Jahren aufgrund vieler anderer Angebote zurückgegangen, die Corona-Krise verschärfte die Situation.
 
Info3, 04.06.2020
Kritik der GLS: „Kein Konjunkturpaket für junge Generation“
 
„Die große Koalition hat sich auf ein Konjunkturpaket verständigt. Es soll helfen, die wirtschaftlichen Schäden zu mildern, die durch die Corona-Krise entstehen. Das Paket steht von vielen Seiten unter Kritik. Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, bemängelt, dass es die Bedürfnisse der jungen Generation zu wenig berücksichtigt.“
 
Jungle World, Ansgar Martins, 04.06.2020
Jenseits der Mistel
 
Der Religionswissenschaftler Ansgar Martins über Anthroposophische Medizin in der Corona-Krise – mit kleinen Schlenkern zur weiterhin diskutierten Nähe von Teilen des anthroposophischen Milieus zu „Corona-Leugnern“ oder Verschwörungsideologien. Wenn auch aus eindeutig skeptischer Perspektive geschrieben, ist Martins doch so fair zu erwähnen, dass anthroposophische Ärzt*innen auf der Grundlage einer schulmedizinischen Ausbildung arbeiten und in anthroposophischen Krankenhäusern selbstverständlich in die Behandlungspläne während der Pandemie eingebunden sind:

„Die anthroposophischen Mediziner haben zur Zeit viel dringlichere Probleme als die Weltverschwörung. Anthroposophische Krankenhäuser sind keineswegs nur für Eurythmie oder Maltherapie zuständig, sie sind vielmehr technisch gut ausgestattet und in die regionale Notfallversorgung integriert. Das anthroposophische Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin etwa behandelt derzeit Covid-19-Patienten in einer eigenen Ambulanz. Die Mediziner an der anthroposophischen Universität Witten-Herdecke sind nicht nur staatlich approbiert, sondern waren auch an internationalen Forschungen zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Blutgefäße von Erkrankten beteiligt.
 
AKTUALISIERT UND WIEDER LIEFERBAR
Das ist Anthroposophie – eine Einladung zum Kennenlernen
 
Das beliebte und aktualisierte info3-Themenheft Anthroposophie: Eine Einführung im Zeitschriftenformat, anschaulich und ohne Voraussetzungen lesbar für alle, die sich einen ersten Einblick verschaffen wollen. Für Schulen, Kindergärten und alle anderen Einrichtungen, aber auch zum Weitergeben im Freundeskreis.

Gedruckte Ausgabe, geklammert, 64 Seiten, € 5,80
 
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BEWEGTE BILDER
ARD, Carolin Kebekus Show, 04.06.2020
Rassismus-Brennpunkt: Den Schmerz rausschütteln …
 
Mit einem vielbeachteten und berührenden Beitrag räumte die Komikerin Carolin Kebekus in ihrer Show am 4. Juni dem Thema Rassismus prominent Raum ein. In dem als „Brennpunkt“ aufgemachten, zwölfminütigen Special kommen ausschließlich Schwarze Frauen und Männer zu Wort, die von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus in Deutschland berichten. Die Theater- und Filmschauspielerin Thelma Buabeng erzählt darin von einem verstörenden Erlebnis bei einer anthroposophischen Frauenärztin:

„Ich bin bei einer anthroposophischen Frauenärztin, sage, ich habe Schmerzen. Sie sagt, Frau Buabeng, sie müssen gar nicht weiterreden: Das ist ganz typisch bei afrikanischen Frauen. Sie tragen den Schmerz der afrikanischen Frau in ihrem Becken. Sklaverei, Kolonialismus, Vergewaltigung. Den ganzen Schmerz aller schwarzen Frauen trage ich in meinem Becken. Und ich solle doch, wenn ich zu Hause bin – das mach´ ich doch bestimmt ganz gern – Trommelmusik anmachen und den Schmerz rausschütteln, rausschütteln, rausschütteln. True Story.“ (ab Min. 09:12 bis 09:45)
 
 
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AUS DEM ANTHRO-UMFELD
Kinder stärken statt schwächen!
 
(DAMiD, 01.10.2020) „‚Solidarität ist keine Einbahnstraße: Kindern wird gerade sehr viel abverlangt, während ihre eigenen Bedürfnisse und Belange kaum ernstgenommen und berücksichtigt werden!‘ Zu dieser Einschätzung kommt eine aktuelle Stellungnahme einer Gruppe von PädagogInnen, KinderärztInnen sowie Kindergarten- und SchulärztInnen aus dem Umfeld der Universität Witten/Herdecke. Die ExpertInnen hatten sich mit der Frage beschäftigt, wie Kinder und Jugendlichen wieder zu kindgerechteren Lebensumständen finden können. In der Arbeitsgruppe, die die Stellungnahme verfasst hat, bringen sich auch bekannte anthroposophische KinderärztInnen ein.
 
VERANSTALTUNGEN
Live-Stream zum Umgang mit COViD-19
 
Die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) veranstaltet zusammen mit der Medizinischen Sektion, der Ärzteausbildung Arlesheim und dem Bund der Freien Waldorfschulen zu einem Live-Stream-Seminar am 12. und 13. Juni zum Thema „Covid-19-Pandemie: Unsicherheit und Perspektiven“.

Die Teilnahme ist kostenlos. Voraussetzung ist eine Registrierung bis Donnerstag, den 11. Juni.
 
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QUATSCH DER WOCHE
Foto: Bru-nO/Pixabay
Der Postillon, 10.06.2020
Studie enthüllt: Impfgegner haben in Wahrheit einfach nur ganz doll Angst vor dem Pieks
 
„‚Die meisten Impfgegner schieben unzählige Argumente vor, um ihre Position zu rechtfertigen‘, erklärt Prof. Dr. Ramona Heinzler, die Leiterin der Studie. ‚Sie reden von Impfschäden, Machenschaften der Pharmaindustrie, Bill Gates und so weiter. Doch sobald man ein wenig unter die Oberfläche blickt, merkt man schnell, dass ihr eigentliches Problem ist, mit einer Nadel gestochen zu werden.‘“
 
 
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